LUFT NACH OBEN
ODER GAME OVER

Foto: Johanna Senger
Mit Beginn der vierten Klasse stehen Fri, Sop und Kar vor einer gewaltigen Herausforderung: die Freund*innen müssen entscheiden, auf welche weiterführende Schule sie gehen möchten. Während Sops Eltern für Sop einen ganz genauen Plan haben und Kar nach der Schule Gamedesgin studieren will, weiß Fri noch gar nicht, was später einmal werden soll. Doch nicht nur das. Denn auch einem gefährlichen Gangsterboss, der im Begriff ist, die Welt auszutrocknen, muss in einer gefährlichen Mission dreier Held*innen das Handwerk gelegt werden.
„Es war einmal im September. So geht für Fri, Sop und Kar das Turnier ihres Lebens los. Das Spiel heißt ab sofort: Gewinnen oder Verlieren […] Denn wenn man auf eine weiterführende Schule soll, geht es um alles: Um die Leistung, Noten, Sozialkompetenzen, um Zukunftspläne. Dabei sind die drei erst in der vierten Klasse und finden den Kampf ganz schön verrückt. […] Wenn Kinder anfangen, sich damit zu beschäftigen, wer sie sein wollen, können sie an einer der wichtigsten Entscheidungen ihres Bildungswegs kaum teilhaben. Eltern und Lehrkräfte sollen bestimmen, welche weiterführende Schule sie besuchen. Eine gewaltige Herausforderung für alle Beteiligten.“ (Ankündigung Stadttheater Gießen)
Theaterstück für 3 Spieler*innen
für alle ab 9
Rechte: Verlag der Autoren, Frankfurt am Main
Frau Besser-wisserin sagt, auch als Kind weiß man schon, was man später mal geworden sein wird, man muss nur auf sein Bauchgefühl hören
aber ich hab kein Bauchgefühl
man muss nur tief reinhören in sich, sagt Frau Besser-wisserin
aber so sehr ich lausche, mich ruft da nichts
Uraufführung
24. September 2022, Stadttheater Gießen
Regie: Yeşim Nela Keim Schaub
Bühne und Kostüme: Lili Süper
Dramaturgie: Mathilde Lehmann
Musik: Izabella Radić
Mit: Stephan Hirschpointner, Dascha Ivanova und Izabella Radić
weitere Inszenierungen
Athanor Akademie, Juli 2025, Regie: Sophia Bechstädt
Pressestimmen
„Immer wieder springen die drei Freunde zwischen Realität und Videogame-Fantasien hin und her. Wer als erwachsener Zuschauer das Dauerzocken des eigenen Nachwuchses argwöhnisch betrachtet, kann hier erkennen, dass diese Form des Eskapismus auch durchaus Ventilwirkung haben kann. Die Regie von Yeşim Nela Keim Schaub sowie die Hinguckerbühne und -kostüme von Lili Süper schaffen es, das Publikum im Grundschulalter von Beginn an abzuholen. Durch die Videospielästhetik, aber auch den kindgerechten Text von Fabienne Dür wird genau jene Zielgruppe erreicht, die dem Kindertheater entwachsen ist, aber mit den Pubertätsthemen des Jugendtheaters noch nicht wirklich etwas anfangen kann.“
Gießener Allgemeine über die Uraufführung in Gießen
„Fabienne Dür stellt den Problemen des Alltags eine digitale Welt entgegen, in der Mutigsein gefragt und Scheitern erlaubt ist. Ein Videogame wird hier zu einem dreidimensionalen Erfahrungsraum, in dem – den dramaturgischen Gesetzen dieses Mediums folgend – gestoppt, wiederholt, variiert oder beschleunigt werden kann. Im Wechselspiel von digitaler und analoger Welt offenbaren sich so Wege zu mehr Unabhängigkeit und Selbstbestimmung. Ein starkes Stück Theater, das durch seine spielerische Kraft dazu anregt, das eigene Leben selbst in die Hand zu nehmen.“
Dora Schneider über die Einladung zu den Mülheimer Theatertagen 2023
– Nominierung für den Kinderstückepreis der Mülheimer Theatertage 2023
– Preis der Jugendjury der Mülheimer Theatertage 2023
– Nominierung als Nachwuchsautorin im Theater Heute Jahrbuch 2023
– Erschienen im Anthologie-Band „Spielplatz 38. Fünf Theaterstücke über Zukunft“