sonne satt
Wir sehen: Eine Urlaubsinsel. Die Sonne brennt, die Grillen zirpen, das Leben ist schön. Dort kommen sie zusammen: Biene, die in einem all inclusive-Paradies unter knallblauem Himmel den Neuanfang sucht und dort Geburtstag feiert, ihre dafür angereisten Töchter – unwillig: Lydia und mit einem selbstgeschnittenen Urlaubsvideo aus den guten, alten Zeiten im Gepäck: Hanna – sowie Katha, einst Freundin für viele Sommerurlaube, heute Hannas Partnerin.
In diesem Setting, auf sich selbst zurückgeworfen, zwischen den unscharfen Bildern der Vergangenheit und der ausgeleuchteten Gegenwart, versuchen die vier Frauen zu begreifen, was alles verdrängt, verschwiegen, verraten worden ist. Von wegen heile Welt – fürs Bild vielleicht. Denn im Schatten, abwesend zwar, doch stets präsent, ist Erik, Kathas Vater und Betreiber einer hippen Strandbar. Einen Sommer lang vor 15 Jahren, wäre er gern Lydias Traumprinz gewesen. Aber das ist ewig her und eigentlich ist nichts passiert. Oder doch?
SONNE SATT beleuchtet die Herausforderung Übergriffe und Machtmissbrauch als solche zu benennen, als Betroffene die eigenen Geschichte auch sich selbst gegenüber nicht zu leugnen, Worte zu finden.
Je mehr sich das Rauschen der Brandung mit dem Rauschen des Urlaubsvideos vermischt, wird aus Angst und Scham schließlich Wut, aus einem Flimmern ein leuchtendes Feuer.
Theaterstück für 4 Spielerinnen
Rechte: Verlag der Autoren, Frankfurt am Main
frei zur UA
ihre Flip-Flops flip-floppen über die Steine
die Salamander sonnenbaden am Sandstein
die Sonne brennt
die Grillen zirpen
das Leben ist schön
– Shortlist „Volksbühnenpreis für Theaterliteratur“ 2025